Ist Mobile Recruiting auch...

Die Abgrenzung von Mobile Recruiting und Mobile Sourcing.

Es ist keine neue Erkenntnis: Mobile Endgeräte spielen in der Personalbeschaffung eine zunehmende Rolle. Die Frage ist, in welcher Form und wie entwickelt sich die Nutzung in Zukunft?


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Unternehmen über Mobile Recruiting...

 

Mobile Recruiting ist ein Trend im Bereich Personalmarketing in den kommenden Jahren. Was nahe liegt, schaut man sich den enormen Nutzungszuwachs der mobilen Geräte wie Smartphones oder Tablets an. Insbesondere junge Zielgruppen sind für mobile Rekruitierung offen: Zum einen, weil das Smartphone in deren Alltag fest integriert ist. Zum anderen ist diese Zielgruppe nicht oder noch nicht gefestigt in der klassischen deutschen Bewerbungsstruktur: Anschreiben im Standardaufbau, tabellarischer Lebenslauf, Bewerbungsbild und Zeugnisse.

Mit Hilfe von mobilen Endgeräten (Tablet, Smartphone) sollen zukünftig zunehmend potenzielle Kandidaten kontaktiert, informiert und rekrutiert werden. Mobile Karrierewebseiten, Karriere-Apps und/oder Social Media Karrierekanäle von Unternehmen und Personalvermittlern sowie Jobbörsen geben Jobsuchenden die Möglichkeit, sich per mobilem Endgerät zu informieren und in einigen Fällen direkt zu bewerben. Die Kandidaten, die sich informieren, werden ihre Bewerbung über den stationären PC durchführen.

Die Unternehmen, die mobile Bewerbungslösungen anbieten, nutzen beispielsweise Verlinkungen zu einem in einem Netzwerk hinterlegten Lebenslauf. Für Young Professionals ist diese Methode durchaus interessant. Diese Zielgruppe ist mit Smartphone und Tablets ausgestattet, stets online und bereits gut vernetzt bzw. kann überhaupt einen Lebenslauf vorweisen. Jüngere Kandidaten haben in der Regel nicht einmal ein Xing-Profil, erklärlich, ist der Mittelpunkt des Profils die eigene Laufbahn. Für jüngere Zielgruppen funktioniert dies also heute so noch nicht.

Macht also Mobile Recruiting für jüngere Zielgruppen Sinn?

Abzugrenzen an dieser Stelle sind vielleicht die Begriffe Recruiting und Sourcing. Im Grunde gibt es hier viele unterschiedliche Erklärungen und Einschätzungen. Wir trennen diese folgendermaßen:

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Begriffsabrenzung Sourcing und Recruiting

 

Um die oben gestellten Fragen zu beantworten, ist grundsätzlich festzulegen, welches Bewerbungsprozedere Sie als Personaler denn bevorzugen: Formularbewerbung, Emailbewerbung, Papierbewerbung.

Funktioniert für Sie eine Formularbewerbung und ist das Motivationsschreiben eine Bewerbers nicht relevant, sondern reicht ein Überblick über den Werdegang aus, um zu eruieren, handelt es sich um einen interessanten Kandidaten, dann macht eine Rekrutierungs-Prozess über mobile Endgeräte tatsächlich Sinn. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Handling ist durchaus zeitsparend, sowohl für interessierte Kandidaten als auch für Sie. Mit einem schnellen Klick auf den "Bewerben"-Button können Kandidaten ihren Lebenslauf einsenden, Sie können diesen schnell überfliegen und ein Feedback geben, möchten Sie eine vollständige Bewerbung sehen oder ist der Kandidat nicht interessant. Grundsätzlich geht mit diesem Prozedere jedoch die Frage einher, möchten Sie im Zeitalter von Employer Branding diese Bewerbung zwischen Tür und Angel wirklich? Erhalten Sie am Ende nicht sehr viel mehr Profile, die Sie scannen und bewerten müssen, die aber möglicherweise noch weniger passen? Möchten Sie tatsächlich auf ein Motivationsschreiben verzichten, um zu eruieren, passt der Kandidat tatsächlich zu uns ins Team? Gibt ein Lebenslauf Anhaltspunkte zum Typ Mensch? Möglicherweise reicht dies für den ersten Schritt. Beachten Sie jedoch, die einzelnen Stolperfallen im Mobile Recruiting zu umschiffen.

Finden Sie die klassische Email-Bewerbung sinnvoll, macht es an der Stelle sicherlich mehr Sinn, sich für eine Mobile Sourcing-Strategie zu entscheiden. Mithilfe des Mobile Advertising erreichen Sie genau Ihr Ziel, Sie treten in einen Erstkontakt mit Zielgruppen, die nach Interessen gefiltert zu Ihnen passen, ob diese Sie kennen oder nicht, spielt keine Rolle, Sie erhöhen Ihre Reichweite, da nicht nur Interessierte, die Sie schon kennen, Ihre Seite besuchen, sondern auch die, die Ihre Werbung, Ihre Anzeige interessant finden. Besonders bei jüngeren Zielgruppen macht es Sinn, in den Medien präsent zu sein, die diese ausgiebig nutzen, in denen sich die Berufsstarter bewegen. Leiten Sie sie auf Ihre mobilen Seiten, die so aufbereitet sein müssen, dass sie knackig alle Informationen liefern, die ein junger Mensch, der sich noch orientiert, benötigt. Geben Sie ihm die Möglichkeit per Benachrichtigung, per Erinnerung, sich an Ihre Ausschreibung zu erinnern, so dass er später am stationären PC auf Ihrer Seite und Ihren anderen Kanälen nach mehr Informationen sucht und hier zur Bewerbung überzeugt wird. An dieser Stelle treten Sie und Ihr Kandidat gemeinsam in den Recruiting-Prozess ein. Dieser ist nur dann nicht mehr mobil, hat aber seine Quelle auf einem mobilen Endgerät.

Aus diesem Grunde empfehlen wir zur Rekrutierung von Berufseinsteigern, diese mit Maßnahmen des Mobile Sourcings anzusprechen. Eine mobile Bewerbung wird er Ihnen mit den heutigen Möglichkeiten nicht liefern.

Autorin: Sabine Pohl