Stolperfallen im Mobile Recruiting

Welche Stolperfallen sind tückisch für Mobile Sourcing und Recruiting und wie umgeht man sie.

Herr Prof. Dr. Jäger hätte es in seiner Präsentation zum Thema Mobile Recruiting: Chancen und Risiken wider der mobilen Sackgasse nicht schöner aufzeigen können.

Das Feld des Mobile Recruiting bietet so einige Tücken. Daher macht es Sinn an dieser Stelle über die Stolperfallen im Einzelnen zu sprechen.

  • Kommunikationsmaßnahmen werden im stationären Web bedingt und im mobilen Web gar nicht genutzt.
  • Darstellung der Stellenanzeigen ist für mobile Endgeräte nicht optimiert.
  • Darstellung der Karriereseite ist für mobile Endgeräte nicht optimiert.
  • Zielgruppenrelevante Inhalte sind für den mobilen Zugriff nicht korrekt aufbereitet.
  • Keine Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme bzw. Interessenbekundung.

Die sogenannte Candidate Experience, ist ähnlich der sogenannten Customer Journey, zwei relativ neue Begriffe aus dem Bereich Produktmarketing und Personalmarketing. Beide Prozesse sind unterteilt in Prozessschritte. Es gilt, alle Maßnahmen bei jedem dieser Prozesse korrekt auszuführen, so dass die Meilensteine zwischen den einzelnen Prozessschritten nicht zu Stolpersteinen werden.

Bevor wir in die einzelnen Maßnahmen einsteigen, möchten wir gerne sowohl die Candidate Journey als auch die Customer Journey zum besseren Verständnis noch einmal grafisch vorstellen:

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Prozess Customer Journey

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Prozess Candidate Experience

 

Diese Prozesse gelten immer. Abhängig vom Medium müssen, wie gesagt, die Maßnahmen korrekt gestaltet und getaktet werden. Das bedeutet, in unserer Thematik sind die Maßnahmen auf das Medium "Mobile" und auf die Zielgruppe Berufseinsteiger abzustimmen.

Mobil Bekanntheit schaffen

Zu einem guten Employer Branding-Projekt gehören unseres Erachtens nach Kommunikationsmaßnahmen, die die Bekanntheit der Arbeitgebermarke bei potenziellen Kandidaten fördern: Bei Kandidaten, die bereits ein Unternehmen in ihr persönliches relevant Set der als Arbeitgeber interessanten Unternehmen aufgenommen haben und bei Kandidaten, die ein Unternehmen noch gar nicht kennen. Dies haben wir als Mobile Sourcing beschrieben.

Wenn Sie Anzeigen schalten, müssen diese mobil funktionieren, wie schon gesagt, knackig, interessant, informativ. Anzeigen werden in der Regel mobil eher geklickt als im stationären Web. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich diese Anzeigen fast immer im sichtbaren Bereich befinden und damit sofort Aufmerksamkeit erregen.

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Beispiel mobile Werbeanzeige in der App GameOne

 

Kennt ein Kandidat ein Unternehmen und folgt bereits einem Unternehmen in den sozialen Kanälen gilt hier genauso, die Inhalte von Facebook-Karriereseiten müssen optimiert sein. Dieser Punkt fällt für uns noch in den Bereich mobil Bekanntheit schaffen, die Arbeitgebermarke kommunizieren. Wer vom Smartphone unterwegs oder zu Hause seinen Newsfeed liest, in dem auch die Karriereposts eines Unternehmens auftauchen, liest niemals ein lange informative Beschreibung einer Lehrstelle – auch hier gilt kurz und knackig den Nerv treffen und einen Klick auf die mobile Karriereseite generieren.

Darstellung der Stellenanzeigen ist für mobile Endgeräte nicht optimiert

Die Jobsucher holen Sie vorrangig auf den Stellenbörsen ab. Diese haben heute bereits eigene mobile Webseiten. Größtes Problem der großen Jobbörsen, Stellenanzeigen werden nicht mobil optimiert dargestellt. Achten Sie dann zumindest in der Gestaltung Ihrer A4 Anzeige darauf, dass Ihre Informationen klar strukturiert sind. Kommen sich informierende dann über Ihre mobile Karrierewebseite, sollten hier Ihre Stellenanzeigen auch mobil optimiert sein. Hier bietet Herr Prof. Dr. Jäger ebenfalls eine schöne Lösung an. Wie im nachfolgenden Schema gezeigt, sollte die mobile Stellenanzeige auf Ihrer mobilen Karrierewebseite aussehen:

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Schema mobile Stellenanzeige

 

Mobile Optimierung der Karriereseite

Ein Kandidat ist interessiert und möchte sich mehr informieren und herausfinden, ist ein Unternehmen auch eines, das zum ihm passt, dann dürfen Sie ihn bei seiner Kurzrecherche auf dem Smartphone oder Tablet nicht verlieren, weil Ihre Karriereseite nicht mobil optimiert ist. Dass an eine Karriereseite im Azubimarketing oder Berufseinsteigermarketing besondere Ansprüche gestellt werden, hat der Kollege Knabenreich ausführlich beschrieben. Für die mobile Umsetzung müssen diese Gedanken weitergeführt werden. Der erhöhte Informationsbedarf ins Verhältnis gesetzt zur Art und Weise, wie das Medium genutzt wird, führt zu einer besonderen Umsetzung der zur Verfügung gestellten Job-Infos. Bereiten Sie die Inhalte so übersichtlich auf, dass neben den Klassikern wie Anforderungsprofil und Aufgaben auch Perspektiven, Teams, vielleicht auch informelle Besonderheiten im Job die jungen Leute überzeugen, später mehr zu recherchieren und sich zu bewerben.

Für junge Leute endet heute der mobile Prozess oft hier und sie steigen aus, wie schon im Artikel Mobile Recruiting von Berufseinsteigern beschrieben.

Für den erfahreneren Jobsucher kann es jedoch durchaus weitergehen.

Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme bzw. Interessenbekundung

Noch im Stadium der Informationssuche möchte ein interessierter Kandidat mehr erfahren und gerne entweder Infomaterialien zum Job abfordern, Interesse bekunden und sein Profil einschicken, einen Rückruf zu einem ersten Telefonat vereinbaren oder einfach spontan anrufen, muss gewährleistet sein, dass er dies tun kann, idealerweise auf einen Klick. Viele Seiten bieten einen LogIn Bereich, wo man sich ggf. erst registrieren muss. Mobil ist dies ein Schritt zu viel, hier verlieren Sie potenzielle Kandidaten und vielleicht auch Ihren idealen Bewerber. Keine Angst, dass Sie Unmengen Zeit am Telefon verbringen, nicht jeder ruft an. Dennoch, die die diesen Schritt benötigen, um überzeugt zu sein und um eine, wie es so schön heißt, zufriedenstellende „Candidate Experience“ zu genießen, denen sollte man dies auch nicht verweigern.

In der Regel würde sich dann die mobile Bewerbung anschließen. Wie schon im Artikel Mobile Recruiting besprochen, wird diese heute noch vorrangig am stationären PC verschickt.

Autorin: Sabine Pohl